Polizeitauchclub Oberlausitz-Niederschlesien e.V. "Diving Crocodile"

Do. 25.09.24
Steffen wechselte gegen 9:30 Uhr mit dem rechten Fuß das Pedal: Ankunft in Smoljanč. Etwas vorzeitig, weshalb wir nach Hundknuddeln direkt Kurs auf ein deftiges Frühstück in einem Restaurant Nähe Rakoviča nahmen. Trotzdem die Funktion vom Kompass in Frage gestellt wurde, erreichten wir über Schleichwege doch noch die ausgedehnte Barac-Höhle. Doch auch die letzten Meter waren nicht für alle von uns hürdenfrei, wovon Renés Jeans erdfarben zeugte...
Im Erdinneren warteten zwischen enorm dicken Stalaktiten nicht nur Langohrfledermäuse und große Spinnen mit ihrem Gelege, sondern auch die totale Finsternis für eine Minute auf uns. Weil das Wetter noch nicht auf Urlaub programmiert gewesen zu sein schien, verbrachten wir den Abend massiered, Galgenraten spielend und mit ausgelassenen "Gesprächen" über die Herausforderung der Nutzung von nur einer Toilette in unserem Apartment...

Fr. 26.09.14
Der Himmelsscheinwerfer präsentierte uns den Nationalpark Plitvičer Seen in voller Pracht. Jeglicher Regen schien vergessen und nur der aufgewirbelte Sprühnebel der zahlreichen Wasserfälle traf uns ab und an.Wasserfälle
Entlang der Travertinterrassen schlängelten sich die Holzstege und boten ein tolles Fotomotiv nach dem anderen. Doch sich daran "satt" zu sehen, schien Steffen ohne Mittagessen nicht zu gelingen. Fast waren der Fotoapparat samt der ganzen Beweisfotos abhanden gekommen, weil das Schiff bereits abgelegt hatte, als sein Fehlen bemerkt wurde. Am liebsten hätten wir den Fährmann, der uns den vermissten Knipser entgegen streckte, vor Freude umarmt, denn der ehrliche Finder blieb uns leider unbekannt...
Insgesamt schienen wir recht viel Glück mit dem Besuch in der Nebensaison gehabt zu haben und konnten die reichlich Wasser führenden Läufe und die beginnende Laubfärbung auch ohne das sonst noch viel stärkere Tourischupsen genießen.

Sa. 27.09.14
Anreise auch aller anderen Urlaubswilligen auf trüben Straßen mit schweren Augenliedern bis zum Hafen in Sukosan, wo im sonnenbeschienen Wasser unser Tauchschiff Vranjak I auf Hochglanz gebracht wurde.  Tauchboot
Thomo begrüßte uns 20 Wasserratten mit seiner kompetent, freundlichen Art, kurz nachdem wir die Kajüten in Beschlag genommen hatten. Nur weil die leckeren Koteletts zum Mittag die Gemüter in Wohlwollen schaukelten, gab es trotz Rausschmiss aus den Deckkabinen keine Schlägerei... ;) Nach kurzem Briefing über den Umgang mit dem Schiff ging es zum Landgang in Kukljica gespickt mit Eiskalorien, frischen selbstgeklauten Feigen und Granatäpfeln, entlang des Hafens in der Abendsonne unter kreisenden Möven. Während die Damenwelt auf dem Trockenen sitzen gelassen wurde, brauste ein Teil der "Herrlichkeit" bei einer Spritztour mit dem Motorboot durch die seichten Wellen. 25 Grad, kaum ein Lüftchen und erstaunlich warme Wassertemperaturen stellten uns eine optimale Tauchreise in Aussicht. Der Abend endete fast schon vitaminüberreich dank Steffens großer grüner Flasche, die großzügig immer wieder die entgegengestreckten Gläser füllte.

So. 28.09.2014
Die Sonne lugte über die Bergkuppen während sich der ein oder andere noch einmal umdrehte, der Nächste nicht wusste, ob er mehr seine Körpergröße, oder das kalte Wasser in der engen Duschkabine verfluchen sollte, wieder andere sich auf dem Deck verbogen oder sich auch in Laufschuhen entlang des Hafens hetzten.
Der erste Tauchgang ließ die Augen funkeln und heizte die Gespräche auf dem Sonnendeck über Oktopoden, Leopardennacktschnecken, Katzenhaieier, gelbe und rote Gorgonien und in Aussicht stehende Untiefen an.
Nach dem zweiten Gang zum Stickstoffeinlagern erklommen wir den hübschen Kirchberg von Tribunj mit Blick auf den noblen, dennoch verträumten Hafen mit einer Jacht an der anderen und schwangen spontan das Tanzbein auf der Promenade.
Spannende Gesprächsthemen über die Grenzöffnung der DDR wurden abgelöst von der Aussicht auf einen möglichen Wracktauchgang, den uns Thomo ermöglichen würde.

Mo. 29.09.2014
Wie kann ein Tauchtag besser starten, als mit Thomos Worten: " Das ist wirklich ein Tauchplatz der Kategorie A!" und noch dazu ideale Bedingungen, dank top Wetter?!
Das versprochene kleine Holzbootwrack wurde zwar nicht von allen Orientierungskünstlern gefunden, aber der Standort trumpfte mit einer spektakulären Steilwand auf - über und über dicht bestückt mit prächtigen Gorgonien und zarten Wanderfadenschnecken.
Nicht nur die vollen Bäuche vom Mittagessen, auch das melodische Tauchcomputerkonzert ließen uns entweder in ein gutes Buch, oder Mittagsschläfchen versinken.
Thaimassage auf dem Deck als Versuch um überschlüssigen Stickstoff aus dem Gewebe zu pressen. Versuch missglückt: lediglich Entspannung erzielt... :) In Sibenik angelegt und durch die verwinkelte, recht touristische Altstadt gebummelt. Das Glockenspiel der Kathedrale begleitete uns durch die Gassen, während ein Auge auf Postkarten, das andere auf Zitronen und Prošek heftete.
Zuverlässig zauberte der Schiffskoch auch heute ein leckeres Abendbrot. Als Dank halfen wir beim Abwasch mit blank geputzten silbernen Tablett. Schleien erwiesen sich als besonders hilfsbereite Tierchen...
Doch kaum waren Palatschinken wieder in Reichweite, wurden die Augen schon wieder größer und größer. So verflossen die Abendstunden gesellig bei einem Bummel durch die Altstadt, beim heimlichen Belauschen einer kroatischen Chorprobe oder auch einem Ausflug zur Burg und einem Friedhof, der fantastische Aussicht auf die ruhig schimmernden Lichter von Sibenič bot.

Di. 30.09.2014
Kaum stoppte unser Schiff, schon sprangen 16 gut gelaunte Taucher auf Kommando ins Blaue Nass. Alle mit der Hoffnung beim heutigen Tauchgang nicht das Wrack zu verfehlen. Die Erwartungen wurden völlig erfüllt. Der Koloss Francesca da Rimini von 50 m Länge war ab 38 m WT nicht zu übersehen. Im zweiten Weltkrieg wurde der Munitionstransporter vor der Nordspitze der Insel Kaprije durch britische Torpedos versenkt. Das Wrack ist in einem hervorragenden Zustand, in Kisten verstaute Granaten erinnern an die letzte Mission des Kriegsschiffs. Jahrzehnte nach der Zerstörung der Francesca da Rimini sind Deck und Rumpf mit herrlichen Goldschwämmen und Seescheiden übersät. An dem künstlichen Riff konnte außerdem ein Congeraal bestaunt werden.
Der Nachmittagstauchgang hielt, wie von den Kornaten gewöhnt, eine Steilwand bereit. Jedoch diesmal mit besonders tief reichenden Höhlen und Überhängen, welche nicht nur uns Taucher begeisterten, sondern auch der ein oder anderen Languste und Moräne gefielen.
An Deck wuchs die Schlange an Neugierigen auf eine Thaimassage während unser Schiff Kurs auf Vodi0063e nahm. Kaum am Hafen angelegt hielten unsere Hände bereits cremiges Eis, kühlenden Caipi und Bier in der Hand, nachdem die ersten Karten in den Postkasten gewandert waren.

Mi. 01.10.2014
Wenn man dafür bezahlt hat kein Internetsignal empfangen zu können, dann ist man auf den Kornaten Gold richtig. Der Nationalpark lädt mit seiner puren Naturschönheit dazu ein die Seele baumeln zu lassen, einfach einmal nicht erreichbar zu sein und vor allem einprägsam schöne Tauchplätze genießen zu können. Die größte und dichteste Inselgruppe der kroatischen Adria empfing uns mit 152 kleinen Eilanden zwischen Zadar im Norden und Sibenik im Süden.
Durch unsere Tauchermasken waren Feuerwürmer, Seepferdchen, Seenadeln und reichlich gefräßige Nacktschnecken auszumachen.
SonnenuntergangBeim abendlichen Besteigen einer verkarsteten Anhöhe stand so manch einer in Badelatschen der Wackligkeit unserer gestapelten Steinmännchen in nichts nach. Nach einem Gruppenfoto mit Blick auf das Archipel galt es spitze Finger zu haben um an leckere Kaktusfeigen zu gelangen. Auch der Weg zur Konoba erforderte Geschicklichkeit. Wie gut, dass unsere Crew auch perfekt Wassertaxi spielen konnte.
Claudia musste zu ihrem Leid des Älterwerdens auch noch unseren Gesang aushalten. Der Abend endete gemütlich mit Jim Beam und Taucherstories, bei denen einer den anderen übertraf.


Do. 2.10.2014
Allgemeine Müdigkeit lag den gesamten Tag auf unserem Schiff. Selbst die Sonne hatte bei leichtem Nieselregen wenig Ambition die dünne Wolkendecke zu vertreiben. Kein Wunder - heut gab es bereits zum frühen Morgen das Geburtstagsständchen für Birgit.
Beim Rudeltauchen mit Thomo wurden sogar große Moränen zur Nebensache, als sich majestätisch der Heringskönig zeigte und dieser sein Reich, die ausgedehnte Steilwand mit Kalmar eiern an exponierten Stellen, uns Unterwasserfremdlingen präsentierte.
Der Nachmittagstauchgang war dafür eher unspektakulär und damit keine Langeweile aufkam wurden Bleitaschen auf dem Meeresgrund versteckt und eifrig, jedoch vergebens, gesucht.
Verwöhnt von Thomos feinem Gespür für traumhafte Tauchplätze, die für jedes Level an Taucherfahrung etwas boten, kehrten die meisten etwas enttäuscht vom Nachttauchgang zurück. Das Spektrum an Kommentaren fächerte sich von "Wie Wetrotauchen!" bis "Richtig viel rumgefleucht!".
Die Bordküche schaute auf leere Angelleinenenden und servierte uns als Trost für erhoffte Kalamari, Scampis als nächtliche Leckerei.

Fr. 3.10.2014
Der Tag der Wiedervereinigung brachte sonniges und leicht windiges Wetter mit sich und Thomo führte uns an eine Steilwand, die sich in ihrer Ausdehnung absolut sehen lassen konnte. Doch Thomo als unser Rudelführer kannte auch diesmal jeden Winkel der Wand und zeigte uns zuverlässig schönste Exemplare an Zackenbarschen. Tauchergemeinde
Steigender Wasserstand machte sich in den Masken aus mindestens zwei Gründen bemerkbar. Zum einen durch das Stirnrunzeln als dezent spät eine ungeöffnete Stage bemerkt wurde. Andererseits auch durch Schmunzeln über "Kosmonauten"-Taucher und deren abstrakter Gangart über der Meeresboden.
Während sich die einen kontaktfreudig vom Meeresgrund verabschiedeten, zwinkerten die Damen beim Schnorcheln wohlwollend dem einen oder anderen Kraken zu. Nicht grundlos - schließlich durften sich diese in ihren Höhlen glücklich schätzen, während deren Artgenossen in einer Konoba in Sucosan bereits ihre letzte Ölung in der Pfanne "genossen". Bevor jedoch darüber hinweg die Messer und Gabeln sausten, stand die Rückfahrt aus dem Nationalpark Kornati zum Ausgangshafen an. Zeitlich gut genutzt mit Ausrüstung spülen, Karten spielen und Thai-Kopfmassage.
Thomo fühlte sich fast wie ein Dealer angesichts der Großbestellung an Honig und Olivenöl und verabschiedete sich mit guter Hoffnung auf eine mögliche Reservierung im kommenden Jahr.
Zum Abschluss lockte uns Knoblauchgeruch und süßer Prošek in die Konoba.

Alles in allem ein sehr gelungener, erholsamer und dennoch spannender Tauchurlaub von dem die gesamte Gruppe heil wiedergehrte und die Inselchen der Kornaten in bester Erinnerung behält.


Weitere Bilder findet ihr in unserer Bildergalerie

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